Pressemitteilung im Wandel

Online oder traditionell:

Bei Pressemitteilungen gibt es heute feine Unterschiede

Das Internet hat eine neue Form der Pressemitteilung hervorgebracht: Sie wendet sich nicht mehr exklusiv an Journalisten, sondern ist online einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Bei der Online-Pressemitteilung entscheidet kein Journalist als Gatekeeper über das Ob, Wie und Wann der Veröffentlichung, sondern das Unternehmen selbst publiziert Texte und Bilder zu einem exakt bestimmbaren Zeitpunkt direkt im Netz. Für die praktische Pressearbeit hat das erhebliche Folgen.

Mög­li­che Platt­for­men für Online-Pres­se­mit­tei­lun­gen sind kos­ten­lose oder kos­ten­pflich­tige Pres­se­por­tale, die Home­page des Unter­neh­mens und/oder die Sozia­len Medien. Dort kön­nen nicht nur Pres­se­leute und Blog­ger die Online-Pres­se­mit­tei­lun­gen abru­fen, son­dern auch Kun­den und Mit­ar­bei­ter, Inves­to­ren, Lie­fe­ran­ten und andere Geschäfts­part­ner sowie natür­lich Wett­be­wer­ber. Auch Bewer­ber infor­mie­ren sich gerne im Pres­se­be­reich einer Home­page, da sie hier kom­pakte, aktu­elle, sach­li­che und ver­läss­li­che Infor­ma­tio­nen über den poten­zi­el­len Arbeit­ge­ber erwar­ten. Online-Pres­se­mit­tei­lun­gen haben jedoch noch wei­tere Leser: Such­ma­schi­nen. Mit den rich­ti­gen Key­words und Backlinks kön­nen sie daher zu einem bes­se­ren Google-Ran­king der Unter­neh­mens-Home­page bei­tra­gen.

Aller­dings: Online-Pres­se­mit­tei­lun­gen sind nur im Ein­zel­fall ein Ersatz für klas­si­sche Pres­se­mel­dun­gen. Zum Bei­spiel dann, wenn sie klei­nere The­men behan­deln, die in Redak­tio­nen keine reelle Chance auf Ver­öf­fent­li­chung haben, aber den­noch einen star­ken Unter­hal­tungs- oder Nutz­wert für den Netz­le­ser haben.

Viele Gemeinsamkeiten - wichtige Unterschiede

Tra­di­tio­nelle und Online-Pres­se­mit­tei­lun­gen haben vie­les gemein­sam - so viel, dass Unter­neh­men wich­tige Unter­schiede oft gar nicht sehen. Gemein­sam ist bei­den Tex­ten der hier­ar­chi­sche Auf­bau: Das Wich­tigste kommt zuerst, Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen wei­ter unten. Als Auf­hän­ger dient meis­tens eine Neu­ig­keit, der Grund­ton ist infor­ma­tiv. Beide Texte spre­chen Leser nie­mals direkt an, „ich“ und „wir“ sagen sie nur in Zita­ten, markt­schreie­ri­sche For­mu­lie­run­gen sind tabu.
Feine Unter­schiede gibt es im Detail: Da poten­zi­elle Kun­den eine wich­tige Ziel­gruppe sind, kom­men Online-Pres­se­mit­tei­lun­gen zwar nicht werb­lich daher - Über­schrif­ten sind aber oft emo­tio­na­ler als in tra­di­tio­nel­len Pres­se­tex­ten, ein kna­cki­ger Teaser reizt zum Wei­ter­le­sen, und natür­lich sol­len darin auch wich­tige Such­be­griffe vor­kom­men. Anders als eine klas­si­sche Pres­se­mit­tei­lung stellt die Online-Pres­se­mit­tei­lung Infor­ma­tio­nen mit hohem Nutz­wert für den Leser in den Vor­der­grund, im Abbin­der fin­det sich nicht nur ein Link zur Home­page, son­dern auch zu den Social-Media-Kanä­len des Unter­neh­mens.

Auch wenn sich Online-Pres­se­mit­tei­lun­gen direkt an Kun­den wen­den, sind sie keine Wer­be­texte.  Sie sol­len sach­lich und ver­läss­lich infor­mie­ren - dar­auf basiert die hohe Glaub­wür­dig­keit jeder Pres­se­infor­ma­tion. Alle Pres­se­por­tale ver­pflich­ten ihre Kun­den daher auf den Pres­se­ko­dex und behal­ten sich vor, Texte vor der Ver­öf­fent­li­chung auf die Ein­hal­tung der eige­nen Stan­dards hin zu prü­fen. Wich­tig ist natür­lich auch die Rich­tig­keit aller Infor­ma­tio­nen, da sich Online-Inhalte leicht ver­selbst­stän­di­gen und nach­träg­lich nur sel­ten kor­ri­giert oder zurück­ge­nom­men wer­den kön­nen.

Unter­neh­men soll­ten vor dem Ver­sand einer Online-Pres­se­mit­tei­lung daher auch abwä­gen, wel­che Unter­neh­mens-Infor­ma­tio­nen über­haupt lang­fris­tig im Netz erschei­nen sol­len. Dank ihrer klein­tei­li­gen Ver­brei­tung über­le­ben Online-Infor­ma­tio­nen näm­lich lange - und das kann nicht nur nütz­lich, son­dern auch mal ärger­lich sein.

Erfolg durch integrierte Strategien

Unter­neh­men soll­ten Online-Pres­se­mit­tei­lun­gen als Bestand­teil ihrer gesam­ten Pres­se­ar­beit, wie auch im Rah­men ihrer Con­tent-Stra­te­gie, reflek­tie­ren und pla­nen. Auch wer auf die Dienste von Pres­se­por­ta­len ver­zich­tet und „nur“ einen öffent­lich zugäng­li­chen Pres­se­be­reich auf der Home­page betreibt, kann die­sen an die Bedürf­nisse unter­schied­li­cher Nut­zer­grup­pen anpas­sen und dabei auch die inter­ak­ti­ven und mul­ti­me­dia­len Mög­lich­kei­ten des Inter­nets berück­sich­ti­gen. Kon­se­quent zu Ende gedacht, kann sich der Online-Pres­se­be­reich zum News­room und damit zur Dreh­scheibe vie­ler Kom­mu­ni­ka­ti­ons-Maß­nah­men im Netz ent­wi­ckeln.

Auch in der Ära der News­rooms und Online-Pres­se­mit­tei­lun­gen hat die klas­si­sche Pres­se­mit­tei­lung ihre Exis­tenz­be­rech­ti­gung. Sie sollte sich aller­dings stär­ker zum Inter­net hin öff­nen, denn wäh­rend die Bedeu­tung der alten Medien sinkt, hat sich das World Wide Web für viele unter­schied­li­che Dia­log­grup­pen zur zen­tra­len Infor­ma­ti­ons­platt­form ent­wi­ckelt. Das heißt zum Bei­spiel: Pres­se­ver­tei­ler müs­sen auch Online-Redak­tio­nen, Fach­por­tale und Blog­ger berück­sich­ti­gen. Und wenn sich das Thema einer Pres­se­mit­tei­lung spe­zi­ell für Online-Medien eig­net, sollte der Text durch sprit­zige Head­lines und Teaser, durch ein­ge­streute Key­words, Links, Down­load-Ange­bote und inter­es­sante Fotos, Info­gra­fi­ken, Filme und Audios für diese Ziel­me­dien opti­miert wer­den.


 

Mit Blick fürs Ganze unterstütze ich Sie bei der Gestaltung Ihrer klassischen Pressearbeit wie auch Ihrer Online-Presseaktivitäten.

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